2020 entsteht das SOS-Geschwisterhaus Bremen

Die Inobhutnahme, also die kurzfristige Herausnahme von Kindern aus ihren Herkunftsfamilien, ist für die betroffenen jungen Menschen und ihre Eltern eine sehr herausfordernde Zeit. Die plötzliche Trennung von ihren Bezugspersonen, das Verlassen des gewohnten Umfeldes sowie die ungeklärte Perspektive führen zu einer starken Verunsicherung.

In dieser Situation sind Geschwister eine wichtige Ressource: Das Aufrechterhalten des Geschwisterbundes durch eine gemeinsame Unterbringung in einer Inobhutnahmegruppe bietet insbesondere jüngeren Kindern das wichtige Sicherheitsgefühl, um die anderen Belastungen erfolgreich zu bewältigen. Leider werden Geschwister während der Inobhutnahme allzu häufig getrennt, z.B. aufgrund fehlender Betreuungskapazitäten oder weil eine Zuordnung nach Altersgruppen vorgenommen wird.

Damit Geschwister zusammenbleiben dürfen

Das SOS-Kinderdorf Bremen macht es sich zur Aufgabe, Geschwistern auch in der vorübergehenden Phase der Inobhutnahme eine gemeinsame Unterbringung zu ermöglichen und den Geschwisterbund in der Betreuungsarbeit aufrechtzuerhalten. Zu diesem Zweck eröffnen wir 2020 das SOS-Geschwisterhaus Bremen: Eine Inobhutnahmestelle, die mittels eines überschaubaren Rahmens mit nur zehn Plätzen und einer flexibel nutzbaren Gebäudestruktur die gemeinsame Versorgung von Brüdern und Schwestern in den Mittelpunkt stellt.

Während der Betreuungszeit werden wir einen aktiven Beitrag zur Klärung der Perspektive jedes einzelnen Kindes leisten, um anschließend die Überleitung in geeignete Anschlussmaßnahmen oder die Rückführung in die Herkunftsfamilie zu begleiten.

Um die Trennung von Geschwisterkindern zu vermeiden, werden Kinder sowie Jugendliche vom ersten bis zum 18. Lebensjahr aufgenommen und barrierefreie Plätze angeboten.

Wer das Projekt und das Engagement des SOS-Kinderdorfs Bremen für Geschwister mit einer Spende unterstützen möchten, findet hier alle notwendigen Informationen.