Kampagne „100% für Beratung“ gestartet

In Deutschland gibt es ca. 350 Fachberatungsstellen, die auf das Thema sexualisierte Gewalt in Kindheit und Jugend spezialisiert sind. Die Mitarbeiter*innen dort unterstützen, begleiten und beraten viele Betroffene auf ihrem Weg und leisten unverzichtbare Arbeit. Doch viele arbeiten unter unsicheren Bedingungen und notwendige Gelder fehlen. Deswegen startete am 10.10.2018 die Kampagne „100% für Beratung“. Gemeinsam mit den Fachberatungsstellen, die gegen sexualisierte Gewalt an Kindern und Jugendlichen arbeiten, treten die Akteure für Anerkennung und Sicherheit für diese wichtige Arbeit ein. Die Kampagne wurde von der Bundeskoordinierung Spezialisierter Fachberatung gegen sexualisierte Gewalt in Kindheit und Jugend (BKSF ) initiiert und mit verschiendene Trägern und Kooperationspartner*innen durchgeführt.

Zwischen Oktober 2018 und Mai 2019 beleuchtet die Kampagne aus unterschiedlichen Perspektiven die Wichtigkeit und Notwendigkeit von spezialisierten Fachberatungsstellen gegen sexualisierte Gewalt in Kindheit und Jugend. Wir koordinieren Aktionen vor Ort und treten für eine bessere Finanzierung von Fachberatungsstellen ein.

Kampagnen-Site


Forderungen der Kampagne „100% für Beratung“:

  • Einen Beratungsanspruch auf Bundesebene für betroffene Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Dieser muss auch gewährleisten, dass es genug spezialisierte und qualifizierte Anlaufstellen gibt.
  • Die dauerhafte öffentliche Vollfinanzierung mindestens einer spezialisierten Fachberatungsstelle in jeder Region und jeder Stadt. Ballungsgebiete und Großstädte brauche mehrere Beratungsstellen mit Angeboten für unterschiedliche Zielgruppen. Jede P, unabhängig von Alter, Geschlecht oder Herkunft, soll wohnortnah und schnell passende Beratung in Anspruch nehmen können.
  • Die Finanzierung von mindestens vier Personalstellen pro spezialisierter Fachberatungsstelle sowie einer Verwaltungsstelle, wenn die Beratungsstelle Intervention und Prävention anbietet.
  • Eine gesetzliche Regelung zum Fortbestand von Fachberatungsstellen und feste Posten in Landes- und Kommunalhaushalten für mehr Planungssicherheit und stabile Perspektiven.
  • Die Anpassungen der öffentlichen Zuwendungen an den tatsächlichen Bedarf nach Beratung, Prävention, barrierefreien Zugängen und Sprachmittlung.
  • Gute Arbeitsbedingungen für engagierte Fachkräfte: Tariflohn und sichere Zukunftsperspektiven.
  • Kinder und Jugendliche vor Gewalt zu schützen, ist auch die Verantwortung des Staates. Wenn dies nicht gelungen ist, muss für Unterstützung gesorgt werden. Aber immer wieder wird die Verantwortung zwischen Bund, Ländern und Kommunen hin- und hergeschoben. Das muss ein Ende haben! Wir fordern eine Verantwortungsübernahme und endlich eine flächendeckende Versorgung für alle Betroffenen von sexualisierter Gewalt in Kindheit und Jugend, unabhängig davon, welches Alter diese jetzt haben.