Kinderschutzbund Bremen warnt vor Gewalt gegen Kinder

Tag der gewaltfreien Erziehung während der Corona-Pandemie besonders wichtig

Körperliche und seelische Gewalt gegen Kinder ist seit 20 Jahren verboten. Trotzdem erleben viele Kinder und Jugendliche Gewalt in der eigenen Familie. Insbesondere in Zeiten von Corona, in denen Eltern und Kindern wesentlich mehr Zeit als üblich zusammen verbringen, wachsen Spannungen in den Familien. Der Kinderschutzbund Bremen warnt davor, dass Kinder besonders in dieser Krisenzeit Opfer von körperlicher, psychischer, sexueller und häuslicher Gewalt werden können.

„Es ist wichtig für Eltern zu verstehen, dass jegliche Gewalt gegen Kinder deren Rechte verletzt und der kindlichen Entwicklung extrem schadet“, sagt Kathrin Moosdorf, Geschäftsführerin des Kinderschutzbundes Bremen. „Gewalt durch die eigenen Eltern zerstört das Grundvertrauen der Kinder, das nur sehr schwer wiederaufgebaut werden kann.“ Gewalt gegen Kinder ist oft ein Ausdruck von Hilflosigkeit und Überforderung.

Das wird in der aktuellen Corona-Krise besonders deutlich. Familien verbringen durch Kita- und Schulschließungen wesentlich mehr Zeit und oft auf engem Raum zusammen, hinzu kommen existenzielle Sorgen. Im Alltag können so Spannungen entstehen, die für Eltern und Kinder gleichermaßen anstrengend und belastend sind. Das kann bei Eltern zu einem Ohnmachtsgefühl führen.  „Wichtig ist, dass diese Familien eine Unterstützung erhalten. Eltern sollten sich trauen, Hilfe anzunehmen. Das soziale Umfeld der Familien sollte ebenfalls sensibel sein und Hilfe anbieten oder vermitteln“ so Moosdorf weiter.

Der Kinderschutzbund Bremen unterstützt Eltern in ihrer gewaltfreien Erziehung, gibt individuelle Beratung und Kurse. Das Angebot findet auf Wunsch anonym statt und ist in den meisten Fällen kostenfrei.

Kinder haben seit dem Jahr 2000 das Recht auf eine Erziehung ohne Gewalt. Sie sollen behütet und geliebt aufwachsen, ohne Angst haben zu müssen, Opfer von innerfamiliärer Gewalt zu werden. Der Tag der gewaltfreien Erziehung wird in Deutschland seit 2004 begangen. Durch intensive Lobbyarbeit hat der Kinderschutzbund entscheidend dazu beigetragen, dieses Recht zu verwirklichen. Der Tag soll daran erinnern, dass es eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist, damit Kinder gewaltfrei aufwachsen können.

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