Neue Frist für Anträge zur stadtteilbezogenen Familienarbeit

15.04.2020

+++ Aktualisierung ++++

60.000 Euro aus dem Integrationskonzept des Senats stehen in diesem Jahr für Angebote der Familienbildung im Rahmen der Stadtteilbezogenen Familienarbeit zur Verfügung. Die Mittel sollten in zwei Vergabeverfahren ausgeschüttet werden, im April und im August.

Aufgrund der aktuell unübersichtlichen und sich stets veränderten Rahmenbedingungen hinsichtlich Covid-19 wurde nun beschlossen das Verfahren abzuändern. Die gesamten Mittel für Projekte im Rahmen der Stadtteilbezogenen Familienarbeit werden nun einmalig, voraussichtlich zum 1. August 2020, verteilt.

Dies erscheint zum einen sinnvoll und notwendig, da die meisten der beantragten Projekte Gruppenaktivitäten und Begegnungsaktionen beinhalten, welche aufgrund der momentanen Einschränkungen nicht umsetzbar sind. Zum anderen hatten viele Einrichtungen und Träger aufgrund der Veränderungen und Herausforderungen im Zusammenhang mit dem Corona-Virus weniger oder keine Kapazitäten zur Entwicklung von Projektideen bis zur gesetzten Frist.

Daher wird die Frist für die Projektanträge auf den 17. Juli 2020 verschoben.

Bereits eingegangene Anträge werden weiterhin berücksichtigt, sofern der Maßnahmenbeginn in den Zeitraum ab dem 1. August 2020 fällt. Wer bereits gestellte Anträge verändern oder zurückziehen möchte, teilt dies bitte bis der u.g. Ansprechpartnerin Olga Wiens zur neu gesetzten Frist mit.

Die zugehörige Pressemitteilung vom 06.03.2020 finden Sie hier.

„Integration kann nur vor Ort gelingen“, sagte die Senatorin. „Bremerinnen und Bremer, ganz gleich, wo in der Welt sie ihre Wurzeln haben, müssen Gelegenheit haben, sich zu begegnen. Unmittelbar in ihrem Umfeld, im Alltag.“ Weiter sagte sie: „Indem man sich gegenseitig erlebt, indem man zusammen kocht, singt und lacht oder sich um den Spielplatz im Stadtteil kümmert, entzieht man Fremdenfeindlichkeit den Boden.

So können wir Vorurteilen entgegentreten und Verunsicherung und Vorbehalte abbauen.“ Was passieren könne, wenn das nicht gelinge, hätten zuletzt die rechtsextremistischen und von Menschenhass getriebenen Morde in Hanau, Halle und Kassel vor Augen geführt.

Um die Mittel aus dem Integrationskonzept können sich familienbezogen arbeitende Einrichtungen und kleine Initiativen in den Stadtteilen bewerben wie auch Träger mit stadtweiten Angeboten, die mit geflüchteten und asylsuchenden Familien arbeiten. Die Projekte sollen vorrangig dazu beitragen, geflüchteten Familien in der Stadtgemeinde Bremen die Integration und Teilhabe zu erleichtern, Begegnung mit der Stadtgesellschaft zu fördern und Familien in der Bewältigung ihres Alltags zu unterstützen.

Unterstützt werden möglichst viele niedrigschwellige und nachhaltige Projekte. Eine Einbindung in Stadtteilvernetzungen wird begrüßt.

Beispiele aus dem vergangenen Jahr:

  • Familiensportangebote des TuS Huchting: Zwei Mal im Monat gibt es die Möglichkeit, unterschiedliche Sportarten wie Tischtennis, Turnen, etc. auszuprobieren und sich in entspannter, schöner Atmosphäre auszutauschen
  • Interkulturelles Musik-Tanz-Projekt: Angebot für Frauen, bei dem gemeinsam internationale Lieder und Tänze gesungen, getanzt und mit Instrumenten begleitet werden. Ziel ist das Teilen der eigenen Kultur sowie der Austausch mit Frauen aus andere Kulturen. Es werden neue Kontakte geknüpft, Sprachkenntnisse erweitert und das Selbstwertgefühl in der neuen Heimat gestärkt
  • Elternlotsen im Haus der Familie Walle gemeinsam mit dem Amt für Soziale Dienste: ein Projekt für zugewanderte Familien, die nach dem Aufenthalt in Übergangswohneinrichtungen in die erste eigene Wohnung ziehen. Elternlotsen unterstützen bei der Wohnungssuche, beim Verstehen der (Miet-)Verträge, beim Beantragen staatlicher Leistungen, bei der Versorgung mit Kita- und Schulplätzen etc. Viele Elternlotsen haben selbst einen Migrationshintergrund.

Die Projektideen sollen bis zum 17. Juli 2020 eingereicht werden. Die Entscheidung über die Auswahl wird von einer Vergaberunde aus der Behörde der Senatorin für Soziale, Jugend, Integration und Sport getroffen.

Das Antragsformular finden Sie hier als PDF-Download (pdf, 376.1 KB)

Die Umsetzung der Förderung von „Stadtteilbezogener Familienarbeit“ obliegt dem Referat 21 bei der Senatorin für Soziales, Jugend, Integration und Sport.

Ansprechpartnerin für Projektträger*innen:
Olga Wiens, Telefon: 0421 361 2338, olga.wiens@soziales.bremen.de