„Rent a teacherman“ verstärkt Fritz-Gansberg-Schule

29.04.2021

Das Projekt „rent a teacherman“ – eine Kooperation von der Universität Bremen und der Senatorin für Kinder und Bildung für mehr Männer in den Grundschulen und mehr männliche Lehramtsstudenten – hat bereits einen überregionalen Bekanntheitsgrad erreicht.

Aber auch in Bremen gibt es immer wieder neue Tätigkeitsfelder. So wurde der Einsatzbereich der jungen Kräfte mit Erfolg auf die Fritz-Gansberg-Schule ausgeweitet. In dem Bremer Förderzentrum für soziale und emotionale Entwicklung werden derzeit nur Jungen beschult.

Männliche Bezugspersonen und Vorbilder, die empathisch mit Heterogenität umgehen können, sind äußerst wichtig. So wurde von der Schulleitung und der Schulaufsicht die Idee entwickelt, die spezielle studentische teacherman-Unterstützung zu nutzen. Anfang 2020 startete das Projekt. Seit rund einem Jahr verstärken die Lehramtsstudenten das Kollegium. In März 2021 kommt noch ein Student zu den beiden bereits agierenden hinzu.

Mehr über das Projekt „Rent a teacherman“

In den kleinen Lerngruppen in der Fritz-Gansberg-Schule lässt sich auch in Pandemiezeiten viel tun. Gerade Jungs in kritischen Lebenssituationen profitieren ganz besonders von den Lehramtsstudenten, die vor Ort pädagogische Unterstützungsarbeit leisten.

„Wir freuen uns sehr über die Unterstützung durch das teacherman-Projekt an unserem Standort,“ sagt Schulleiter Bastian Hartwig. „Die komplexen Entwicklungsthemen unserer Schüler finden in der Ergänzung des Teams durch die jungen Kollegen sehr wertvolle Interaktionspartner, die in der unmittelbaren Beziehungsarbeit neue Impulse und vor allem wesentliche alternative Erfahrungen in die teils stark belasteten Biografien unserer Schüler einbringen.“

Dies berge für die Schüler, das Team und die jungen Kollegen ein großes Potenzial positiver Erfahrungen und erstaunliche Erkenntnisse hinsichtlich rollenspezifischer Beziehungsentwicklungen im pädagogischen Handeln.

Lehramtsstudent Finn Schmidt freut sich über die Bindung, die er zu seinen Schülern aufbauen kann. „Bei vielen Schülern habe ich mit der Zeit gemerkt, wie sich aus anfänglicher Skepsis Vertrauen entwickelt und sie mittlerweile tiefgründige Gespräche mit mir führen und auch gezielt suchen,“ sagt er.

So geht es auch seinem studentischen Kollegen Jonas Taucke: „In Situationen, in denen die Schüler mich über meine Interessen und Meinungen ausfragen und sich an mir orientieren, merke ich, dass die Schüler männliche Bezugspersonen brauchen. Deswegen bin ich bei rent a teachermen dabei.“ Beide freuen sich, dass sie bald ein studentisches Trio sein werden, das an der Frits-Gansberg-Schule unterstützt.

Christoph Fantini setzt sich für mehr Männer in Grundschulen und in der Fritz-Gansberg-Schule ein.
Projektleiter Dr. Christoph Fantini von der Universität Bremen hatte die „Fritz-Gansberg-Idee“ sofort aufgenommen: „Als Ende 2019 der Anruf aus von Elke Wolf aus der Bildungsbehörde kam, dass sie gerne Mitarbeiter von rent a teacherman für die Fritz-Gansberg-Schule hätte, weil auch da Verstärkung durch männliche Nachwuchslehrkräfte gebraucht würde, war ich sofort begeistert.“

Dass gerade die Jungen in dieser Schule eine Vielfalt von zugewandten und reflektierten, positiven männlichen Vorbildern brauchen, sei nur allzu nachvollziehbar. Die zwei neuen Projektmitarbeiter habe er schnell gefunden, weil die beiden sich gerade in einem Seminar bei ihm besonders engagiert hatten, wo es unter anderem auch um Gendersensibilität ging.

„Im ersten längeren Auswertungsgespräch nach einigen Wochen vor Ort wurde bereits deutlich, dass der Einsatz eine echte Win-Win-Situation ist“, sagt Fantini. „Die jungen Männer erfahren sehr bedeutungsvolle Dinge für ihre Ausbildung, und die Schüler nutzen ihre neuen Ansprechpartner intensiv. Es ist erfreulich, dass sich die Bildungssenatorin für dieses spezielle Projekt engagiert und nun im März schon der dritte Mitarbeiter einsteigen kann.“

Senatorin Dr. Claudia Bogedan betont seit langem die große Bedeutung von rent a teacherman. Eine heterogene Schülerschaft erfordere eine heterogene Lehrerschaft. Das beziehe sich auf Kulturen und auch auf die Geschlechterverteilung. “

Das Projekt findet zu Recht bundes- und europaweit Anerkennung. Ich bin froh, dass die engagierten männlichen Lehramtsstudenten jetzt auch an der Fritz-Gansberg-Schule Erfahrungen sammeln, aber auch ihr Know How weitergeben. Ich danke allen Beteiligten sehr für das ungewöhnliche Engagement. Es lohnt sich!“

Quelle: Die Senatorin für Kinder und Bildung, 12.03.2021