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Neue Wege im Sorge Bereich

Anne Frisius, Karin Demuth

Do, 19.01.2023, Einlass 18:30, Beginn 19:00, Ende 21:00

Filmpremiere und anschließende Diskussion mit Anne Frisius

In diesem Film über die Versorgung von alten Menschen machen verschiedene Protagonistinnen jenseits des bekannten Notstandes andere Perspektiven sicht- bzw. denkbar.

Es geht darum, die Bedürfnisse der Menschen in den Mittelpunkt zu stellen, was beim derzeitigen profit-orientierten Wirtschaften nicht möglich ist.

Der Film zeigt sowohl kleine praktische neue Wege, als auch grundsätzliche, weitere Überlegungen für ein würdevolles Leben mit Unterstützungs- oder Pflegebedarf. 

50 min., ein Film von Anne Frisius, mit Animationen von Karin Demuth, cooperativa-film.de, Bremen 2023, Trailer: https://vimeo.com/770170746

Stimmen im Film: 

Silvia Habekost, Aktivistin vom Krankenhaus-Streik in Berlin, die einen Entlastungs-Tarifvertrag erstreikt haben (das bedeutet, dass Arbeits-Überlastung durch freie Tage ausgeglichen werden muss) „So ein System funktioniert nicht, wenn man es nicht nach dem Bedarf, sondern nach Profitgier ausrichtet.“

Charlotte Hitzfelder vom Netzwerk Care-Revolution / Konzeptwerk Neue Ökonomie, Leipzig, (ein Think Tank und Bildungswerk): „Sorge muss ins Zentrum gestellt werden, von Wirtschaft und Gesellschaft. Ohne Sorge können wir auf diesem Planeten nicht leben.“

Gisela Notz, Sozialwissenschaftlerin und Historikerin (Berlin) „Und dann kann man ja auch mal fragen, ob es private Krankenhäuser geben soll. Oder immer mehr private Altenheime, wo viel Geld abgeschöpft wird.“

Justyna Oblacewicz von der Beratungsstelle Faire Mobilität (Beratungsnetzwerk für Beschäftigte aus Mittel- und Osteuropa zu ihren Arbeitsrechten in Deutschland) „Wir brauchen mehr Aufmerksamkeit und Wertschätzung für diese Arbeit. Und das ist Arbeit, kein Ehrenamt!“

Brigitte Bührlen von der Wir! Stiftung pflegender Angehöriger (München) „Wir brauchen Netzwerke, damit wir voneinander wissen, wir eine Lobby bilden, damit wir sagen können, was wir brauchen!“

Ein kleines ermutigendes Beispiel aus der Praxis ist die Pflegewohngemeinschaft für Menschen mit Demenz ‚Zum Rosengärtchen‘ in Köln.

Martha Bank, Zugehörige: „Es ist eine selbstverantwortete Wohngemeinschaft in der sieben Leute zusammen leben, die mehr oder weniger Unterstützung brauchen.

Wo man guckt, wenn jemand einziehen möchte, wie passt diese Person ins Rosengärtchen.

Wir Angehörigen sind eine Gemeinschaft, die GbR, wir verantworten diese WG und das ist – nicht genau so wichtig – aber auch wichtig, dass wir uns alle gut verstehen.

Dass wir Leute sind, die hier zusammen etwas kreieren wollen, denen das Rosengärtchen wichtig ist.“

Veranstalter*innen: Rosa-Luxemburg-Initiative Bremen, Kulturzentrum Kukoon