Weibliche Genitalverstümmelung (FGM/C)

Fortbildung

„Je weniger die Menschen sich in der hiesigen Gesellschaft zugehörig fühlen, desto mehr besteht die Gefahr, dass sie in ihren alten Strukturen wie FGM/C verhaftet bleiben.“

In Deutschland leben laut einer 2017 veröffentlichten empirischen Studie rund 48.000 Mädchen und Frauen, die Opfer von weiblicher Genitalverstümmelung (FGM/C: female genital mutilation/cutting) wurden, bis zu 5.700 Mädchen gelten als akut bedroht. FGM/C ist eine Menschenrechtsverletzung und kann massive körperliche Qualen und seelisches Leid verursachen. Der Studie zufolge ist die Zuwanderung von Frauen und Mädchen aus Ländern, in denen diese Praktik besonders verbreitet ist, in Deutschland von Ende 2014 bis Mitte 2016 um ca. 40 Prozent gestiegen, die Zahl der Betroffenen hat sich um ca. 30 % erhöht. Die Herkunftsländer, aus denen die meisten der in Deutschland betroffenen Frauen und Mädchen stammen, sind Eritrea, Irak, Somalia, Ägypten und Äthiopien.

Auch in Bremen stehen Fachkräfte aus Beratungsstellen, Schulen, Behörden, Übergangswohneinrichtungen und dem Gesundheitswesen mit betroffenen Frauen und Mädchen in Kontakt und suchen Wege, diese wirksam zu unterstützen.

Ziel der Fortbildung ist daher, über FGM/C zu informieren, Möglichkeiten einer sensiblen und empathischen Begleitung der Betroffenen vorzustellen, aber auch Raum zu geben für einen Austausch über den eigenen Umgang mit Tabuthemen, mit Alltagsrassismus und (z.T. unbewussten) Bildern von afrikanischen Ländern und den von dort zugewanderten Menschen.