Gender Leitlinien 22 – und nu?

Zum Kontakt

Vorstellung der Bremer Gender Leitlinien und Ergebnisse der Nutzer*innenbefragung

Fachtag

Geschlecht ist weiterhin ein zentraler Faktor bei der Inanspruchnahme von Unterstützung im psychiatrischen und Suchthilfesystem.

Daher hat die AG Gender des Fachausschuss für Allgemeinpsychiatrie die 2011 veröffentlichten Gender Leitlinien überarbeitet, um Geschlecht in seiner Komplexität gerechter zu werden.

Wir freuen uns darüber, Ihnen die neuen Gender Leitlinien präsentieren zu können.

Doch nochmal von vorne: wozu brauchen wir überhaupt Gender Leitlinien?

Die Antworten der 120 Nutzer*innen geben Aufschluss über Ähnlichkeiten und erhebliche Unterschiede zwischen den teilnehmenden Geschlechtern (Frauen und Männer, die cis oder trans* sind sowie Menschen aus dem nicht-binären Spektrum1).

Beispielsweise zeigen sie wie häufig und in welcher Form ihnen Gewalt in der Betreuung/Behandlung widerfährt.

Doch was kann man tun, damit das Hilfesystem dem Anspruch gerecht wird, dass alle Geschlechter gleichen Zugang und die gleiche Qualität an Unterstützung erhalten können?

Hier kommen die Gender Leitlinien 22 ins Spiel. Sie basieren auf den Expertisen von Nutzer*innen, Mitarbeiter*innen und Leitungskräften, beschreiben die Zusammenhänge zwischen Geschlecht und dem psychiatrischen und Suchthilfesystem und stellen dortige Veränderungsmöglichkeiten dar.

Durch einen breiten Abstimmungsprozess wurden weitere Perspektiven beteiligt, u. a. von Organisationen, die zu Geschlecht arbeiten und der Senatorin für Frauen, Gesundheit und Verbraucherschutz.

Mit der Vorstellung der neuen Gender Leitlinien und der Befragungsergebnisse sowie im Austausch mit Ihnen in den Workshops, möchten wir gemeinsam den nächsten Schritt in Richtung geschlechtersensibler psychiatrischer und Suchthilfe gehen, sodass darauf aufbauend die Umsetzung folgen kann.


Programm

09:00 Gemeinsamer Beginn

09:30 Vorträge

• Grußwort von Lucie Veith: Perspektiven der inter* Selbstvertretung und Peerberatung auf die psychiatrische und Suchthilfe

Lucie Veith ist Inter- Expert_in und Inter_projektkoordinierend im Kompetenznetzwerk „Selbst.verständlich.Vielfalt“, seit 2002 aktiv in der Selbsthilfeberatung intergeschlechtlich geborener Menschen und hat für die richtungsweisende Arbeit u. a. den Verdienstorden der Bundesrepublik erhalten.

• Vorstellung der Ergebnisse der Nutzer*innenbefragung „Ge-schlecht? Geht-gut!“

• Vorstellung der neuen Gender Leitlinien 2022

11:10 Pause

11:20 Workshops

1. Vertiefung und Fragen zu den Gender Leitlinien 2022

2. Gewaltschutzkonzepte, wie ist die aktuelle Praxis und wo soll es hingehen?

3. Geschlechtsspezifische Angebote, wie ist die aktuelle Praxis und wo soll es hingehen?

4. Gespräch: Vernetzung und Hintergründe zur AG Gender und der nutzer*innengeleiteten Befragung

12:45 Pause

13:00 Präsentation der Workshopergebnisse

13:30 Abschlussplenum und Vernetzung

14:15 Ende

Workshops

Die Workshops finden parallel statt. Bitte teilen Sie uns bei der Anmeldung mit, an welchem Workshop Sie teilnehmen möchten.

1. Vertiefung und Fragen zu den Gender Leitlinien 2022

In den Gender Leitlinien sind Begriffe und Konzepte die möglicherweise neu oder nicht so leicht zu verstehen sind. In diesem Workshop werden basierend auf den Fragen der Teilnehmenden Inhalte aus den Gender Leitlinien besprochen und gemeinsam verstanden.

2. Gewaltschutzkonzepte, wie ist die aktuelle Praxis und wo soll es hingehen?

In diesem Workshop sammeln wir aus den Erfahrungsschätzen der Teilnehmenden: Gibt es Gewaltschutzkonzepte in den Einrichtungen, Trägern, Kliniken, Angeboten?

Was beinhalten sie? Wie funktionieren sie? Wo funktioniert es gut, wo gibt es Schwierigkeiten?

Darauf basierend diskutieren wir, was wir uns im Hinblick auf Gewaltschutzkonzepte als Ziel wünschen.

3. Geschlechtsspezifische Angebote, wie ist die aktuelle Praxis und wo soll es hingehen?

In diesem Workshop sammeln wir aus den Erfahrungsschätzen der Teilnehmenden:

Gibt es geschlechtsspezifische Angebote in der psychiatrischen und Suchthilfe?

Für welche Geschlechter gibt es sie?

Wer hat Zugang zu ihnen?

Was funktioniert gut, wo gibt es Schwierigkeiten?

Darauf basierend diskutieren wir, was wir uns im Hinblick auf geschlechtsspezifische Angebote als Ziel wünschen.

4. Gespräch und Vernetzung: Hintergründe von AG Gender und Nutzer*innenbefragung

Aus der Perspektive der Nutzer*innengruppe, welche die Befragung erstellt hat und der AG Gender erzählen zwei Mitglieder über die Zusammenarbeit im Netzwerk der AG Gender und wie eine nutzer*innengeleitete Befragung entsteht.


Eine Anmeldung ist erforderlich.

Bitte teilen Sie uns bei der Anmeldung mit, an welchem Workshop Sie teilnehmen möchten.

Das Projekt Doing Gender ist bei der Initiative zur sozialen Rehabilitation e.V. angesiedelt und ein durch die Senatorin für Gesundheit, Frauen und Verbraucherschutz gefördertes Modellprojekt.

Das Projekt, so wie auch die Konferenz, entstand in der Zusammenarbeit mit der AG Gender.

Die AG Gender ist ein Zusammenschluss von Mitarbeitenden, Leitungskräften und (ehemaligen) Nutzer*innen des psychiatrischen und Suchthilfesystem sowie Interessierten