Gesprächsgruppe: Probleme im Alltag

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Viele ältere Menschen leiden unter Formen depressiver Störungen und/oder Ängsten. Im höheren Lebensalter bündeln sich häufig vielfältige Belastungsfaktoren: Verlust von Freunden/Verwandten, Rückzug aus dem Berufsleben und die damit zu verkraftenden Veränderungen, Distanzierung der Kinder von den Eltern, körperliche Veränderungen etc. Den Herausforderungen dieser neuen Lebensphase angemessen zu begegnen, erfordert viel Mut und Kraft. Manche scheitern zunächst auf dem Weg, erkranken und bedürfen einer ambulanten oder stationären Behandlung.

Zielgruppen:
Die Gesprächsgruppe versteht sich als „Begleitforum“ für Betroffene. Dies können Menschen sein, die nach einem stationären Aufenthalt weiterhin unterstützt werden möchten, aber auch solche in ambulanter psychotherapeutischer Therapie, bzw. solche, die noch gar keine Therapie/Begleitung erhalten haben.

Ziel/Inhalt:
Oberstes Ziel des Angebotes ist es, den betroffenen Menschen Unterstützung anzubieten bei der Bewältigung ihrer Krise/Erkrankung bzw. ihrer augenblicklichen Lebenssituation.

In diesem Kontext kommt der Gruppe eine wichtige Funktion zu: Der vorgegebene, geschützte Rahmen ermöglicht den Kontakt und Austausch mit anderen Betroffenen. Hier wird u. a. erlebbar, dass:

  • eigene Probleme im Kern von etlichen Mitmenschen geteilt werden
  • mögliche Gefühle des gesellschaftlichen Außenseitertums und der damit einhergehenden Scham hinterfragt und revidiert werden können
  • die eigene Persönlichkeit, auch mit „schwierigen Seiten“, auf Verständnis und Akzeptanz stößt
  • gemeinsam erarbeitete Anregungen und Lösungsvorschläge neue Wege für den Einzelnen eröffnen können

Diese Erfahrung von Solidarität und Unterstützung in der Gruppe kann Vertrauen zu sich selbst und zu anderen schaffen, Ängste reduzieren und Mut machen, um eine Neuorientierung zu wagen.

Die regelmäßigen Gruppentreffen werden von einer pädagogischen Mitarbeiterin der LAB im Sinne eines ressourcenorientierten Ansatzes geleitet. Die Gruppenleiterin fördert und bekräftigt die Interaktion und Begegnung innerhalb der Gruppe. Parallel dazu werden die Teilnehmer motiviert, auch ihre sozialen Netzwerke außerhalb (Nachbarschaft, Familie, Freundeskreis) zu beachten, zu pflegen, und gegebenenfalls zu (re-)aktivieren. Möglichkeiten zu diesem Ziel zu gelangen, werden gemeinsam entwickelt. Als eine bewährte Option und Chance wäre z. B. die Alltagseinbindung in die Begegnungsstätte zu nennen.

Ein weiterer Bereich, der in diesem Gruppenangebot eine zentrale Bedeutung einnimmt, ist die Erschließung der eigenen Kraftquellen. Zu nennen sind hier regenerative Verfahren, wie z. B. das Erlernen/Vertiefen von Entspannungstechniken, das Wahrnehmen von Bewegungsangeboten, aber auch die Fähigkeit das Genießen (wieder) zu kultivieren.

Darüber hinaus kann die behutsame Arbeit an den eigenen Einstellungen und Haltungen (Selbstwert, Ängste, Umgang mit Verlusten, Stressoren) sowie die Suche nach Lösungsstrategien einen wichtigen Beitrag leisten bei der Bewältigung des Alltags.

Soll die erlebte Krankheit/Krise in einem konstruktiven Sinne verarbeitet werden, so ist (neben der Arbeit an der Zukunftsperspektive), die Thematisierung von Akzeptanz des Geschehenen eine wichtige Voraussetzung für eine gelungene Integration. Hier haben Gruppenleitung wie Gruppenmitglieder Vorbildfunktion und können unterstützend dem Einzelnen zur Seite stehen.

Organisationsform:
Die Gruppe trifft sich zweimal im Monat für je 2 Stunden.
Die maximale Teilnehmerzahl ist auf 10 Personen begrenzt.
Vor einem Neuzugang wird ein Gespräch mit der Gruppenleiterin geführt.
Grundsätzlich ist auch dieses Angebot gruppenpädagogisch ausgerichtet. Bei speziellem Bedarf kann allerdings auch ein Einzelgespräch mit der Gruppenleitung wahrgenommen werden.