Leben im Alter – in der Krise abgehängt?

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Fachtag der Koordinierungsstelle Gesundheitliche Chancengleichheit Bremen

Unsere Gesellschaft steht derzeit vor epochalen Herausforderungen.

Neben dem pandemischen und weltpolitischen Geschehen beschäftigen viele Bürger*innen Bremens und Bremerhavens die steigenden Wohn- und Lebenshaltenskosten.

Diese Kosten haben sich bereits in den vergangenen Jahren stetig erhöht, allerdings verschärft sich die Situation zunehmend.

Der Anstieg von Mieten und Energiekosten führt insbesondere bei älteren Menschen mit geringem Einkommen zu erheblichen finanziellen Belastungen.

Insgesamt ist die Generation der über 65-Jährigen zunehmend von Altersarmut bedroht.

In den letzten 15 Jahren konnte bei dieser Gruppe der stärkste Zuwachs von Armutsgefährdung beobachtet werden (Statistisches Bundesamt).

Laut Deutschem Zentrum für Altersfragen (DZA) haben die gestiegenen Wohnkosten dazu geführt, dass ein größerer Anteil der Seniorinnen und Senioren armutsgefährdet ist, sobald ihre Wohnkosten berücksichtigt werden.

Gerade für ältere Menschen ist jedoch bedarfsgerechter und bezahlbarer Wohnraum von großer Bedeutung – sie verbringen relativ viel Zeit in ihrem Zuhause und dem unmittelbaren Wohn-umfeld, was häufig mit sozialen Beziehungen in der Nachbarschaft verknüpft ist.

Hohe Wohn- und Energiekosten engen den finanziellen Rahmen vieler ältere Menschen stark ein, was beispielsweise das Risiko für soziale Isolation und Einsamkeit verstärken kann.

Die Gesundheit älterer Menschen wird durch Alters- und Energierarmut in vielerlei Hinsicht tangiert.

Durch die unumgänglichen Einschränkungen müssen sie sich vieles versagen. Einsparungen im Ernährungsverhalten, die zu Fehl- und Mangelernährung führen können, seien hier nur als Beispiel genannt.

Das Risiko von Einsamkeit steigt durch Vermeidung von sozialen Situationen, in denen die (oft noch tabuisierte) Altersarmut sichtbar werden könnte.

Energiearmut oder gar -sperren führen dazu, dass selbstfürsorgliches Verhalten in Hinblick auf Ernährung, Hygiene und Anwendungen elektronischer Medizinprodukte in der Häuslichkeit eingeschränkt oder verunmöglicht wird.

Wie kann die Förderung der Gesundheit und der sozialen Teilhabe älterer Menschen im Land Bremen unter den aktuellen Rahmenbedingungen gelingen?

Werden ältere Menschen in der Krise womöglich sogar abgehängt?

Diesen Fragen geht die Koordinierungsstelle Gesundheitliche Chancengleichheit Bremen im Rahmen ihres Fachtags zur Gesundheit im Alter nach.

Wir laden Sie herzlich ein, sich daran zu beteiligen.


Programm

09:30 Uhr | Anmeldung & Begrüßungskaffee

10:00 Uhr | Grußwort und thematische Einführung
Staatsrat Jan Fries, Senatorin für Soziales, Jugend, Integration und Sport der Freien Hansestadt Bremen

10:15 Uhr | Ältere Menschen in Bremen: Was sehen wir, was nehmen wir wahr?
Mentimeter-Umfrage

10:30 Uhr | Noch sind wir da! Älterwerden und Altsein in Zeiten der Krise. Abtauchen, standhalten, Resilienz neu denken?
Prof. Dr. Annelie Keil, Gesundheitswissenschaftlerin und Autorin, Bremen

11:15 Uhr | Kaffeepause

11:30 Uhr| Mentale und physische Gesundheit im Alter: Der Einfluss von Armut, Einkommensungleichheit und Vermögensungleichheit
Dr. Fabio Franzese, Max-Planck-Institut für Sozialrecht und Sozialpolitik, Munich Center for the Economics of Aging (MEA) und Survey of Health, Ageing and Retirement in Europe (SHARE)

12:15 Uhr| Mittagsimbiss

13:15 Uhr | Fachforen

FORUM 1 // Altersarmut, Gesundheitsförderung und sorgende Gemeinschaften im Quartier

Quartiersarbeit in Bremerhaven: Begegnungsstätten „Heidjertreff“ Leherheide, Süd und Lehe
Swen Awiszus, BEW Betreuungs- und Erholungswerk e. V. – Alter ohne Angst

Wohnen und Leben im Schweizer Viertel
Marina Aydt, Bremer Heimstiftung, Mehrgenerationenhaus Bremen-Schweizer Viertel

FORUM 2 // In der Krise gesund und handlungsfähig bleiben

Gubera – Gut beraten im Ruhestand
Lukas Matzner, Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Hansestadt Bremen e. V.

Beratung und Krisenintervention: Der Sozialdienst Erwachsene
Heike Tegtmeier, Björn Schwarz, Freie Hansestadt Bremen, Amt für Soziale Dienste, Fachkoordination Soziales

FORUM 3 // Generationendialog in Krisenzeitenermöglichen und fördern

Aufsuchende Seniorenarbeit und Förderung des nachbarschaftlichen Miteinanders in der Vahr
Fatma Tüfekciler, Vahrer Löwen – Verein für nachbarschaftliches Zusammenleben e. V.

Männerschuppen als Orte der Prävention und Gesundheitsförderung im kommunalen Setting für Männer ab 50 Jahren
Lennart Semmler, Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen e. V. in Kooperation mit der Landesvereinigung für Gesundheit Bremen e. V.

14:30 Uhr | Kaffeepause

14:45 Uhr | Altersarmut, Energiearmut, Corona: Wer denkt an die Älteren?
Fishbowl-Diskussion

Referierende der Foren

Elke Scharff, Dr. Andreas Weichelt, SeniorenVertretung Bremen

Reinhard Niehaus, Seniorenvertretung in der Stadt Bremerhaven

Birgitt Pfeiffer MdBB, Sprecherin der Staatlichen Deputation für Soziales, Jugend und Integration der Bremischen Bürgerschaft

15:45 Uhr | Gemeinsamer Abschluss: Was nehmen wir mit?
Mentimeter-Abfrage

16:00 Uhr| Veranstaltungsende

Moderation

Beate Hoffmann, bremer medienbüro


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