Soziale Arbeit als wertende Profession

Werkstatt zur ethischen Reflexionskompetenz bei konflikthaften Entscheidungen

Sozialarbeiter*innen im ambulanten und stationären Bereich der Jugendhilfe sowie im Jugendamt sind im Zuge ihres beruflichen Tuns per se in Deutungs- und Wertungsprozesse eingebunden. Sie sind entsprechend aufgefordert, Entwicklungen einzuschätzen oder zu prognostizieren, Probleme wahrzunehmen und abzumildern, Verhalten zu bewerten und ggf. zu verändern oder gar Wertvorstellungen der Adressat*innen (z.B. in Fragen der Erziehung) in Frage zu stellen.

Die entsprechenden Prozesse fordern die Haltung der Sozialarbeiter*innen heraus: Sie müssen sich zu den in Frage stehenden Verhaltensweisen oder Einstellungen positionieren, stellen bzw. stimmen.

Sozialarbeiter*innen sollten ihre kritische Reflexionskompetenz folglich nicht nur darauf richten, dass sie Lebenslagen anderer sorgfältig bewerten, sondern dass sie selbst Teil des gesellschaftlichen Werte- und Normsystems sind und von diesem geprägt werden. Anhand von Beispielen aus der Praxis (gerne Eurer!) wollen wir in dem Seminar Konflikte des professionellen Deutens und Handelns reflektieren und Möglichkeiten der Bewältigung erörtern.

Referent: Prof. Dr. Tobias Nickel-Schampier
Zielgruppe: Kinder- & Jugendhilfe, Krippe & KiTa, Offene Kinder- & Jugendarbeit, Schule