Aus einer Konkurrenzsituation um eine Immobilie wurde eine Partnerschaft mit zahlreichen Gewinnern: PiB – Pflegekinder in Bremen und die reisende werkschule scholen (rws) haben ihre neuen Büros in der Alten Hafenstraße 67–70 in Bremen-Vegesack bezogen und bündeln so ihre Kräfte in Bremen-Vegesack.
Beide Träger sind Mitglieder des Paritätischen Bremen und begleiten Kinder, Jugendliche und Familien in unterschiedlichen Lebenslagen. PiB ist der Fachdienst für Pflegekinderhilfe und Kindertagespflege in Bremen mit Büros. Die reisende werkschule ist ein Kinder- und Jugendhilfeträger und bietet u. a. Ambulante Familienhilfen, Jugendwohnen, einen Krisendienst sowie verschiedene Angebote für Paare und Kinder in Trennung und Scheidung in Bremen und Niedersachsen an.
Kompetenzen, die sich ergänzen
Unabhängig voneinander hatten beide Träger im vergangenen Jahr nach neuen Büro- und Seminarflächen in Vegesack gesucht. Der Neubau in der Alten Hafenstraße erwies sich für beide als idealer Standort. Statt miteinander zu konkurrieren, kamen sie ins Gespräch und entschieden sich für eine Kooperation. „Die Herausforderungen in der Kinder- und Jugendhilfe werden immer komplexer. Umso wichtiger ist es, zusammenzuarbeiten, Ressourcen zu bündeln und voneinander zu lernen“, sagt Judith Pöckler-von Lingen, Geschäftsführerin von PiB.
Heute arbeiten PiB und die reisende werkschule unter einem Dach. Neben eigenen Büroräumen nutzen sie Seminar-, Gruppen- und Spielräume gemeinsam. Diese werden flexibel für Fortbildungen, Beratungen, begleitete Umgänge und Veranstaltungen eingesetzt. Kurze Wege sowie die Nähe ihrer Arbeitsfelder schaffen beste Voraussetzungen für den fachlichen Austausch und neue Formen der Zusammenarbeit. Ziel ist es, einen lebendigen Ort zu schaffen, an dem Wissen geteilt und Synergien genutzt werden. „Die offenen Türen dieser gemeinschaftlich genutzten Räume stehen für gelebte Kooperation. Ambulante Familien- und Jugendhilfe und die Begleitung von Pflegefamilien rücken hier räumlich und fachlich ganz nah zusammen“, sagt Manuela Krämer, Pädagogische Leitung (rws) in Vegesack.
Innovativ: Pflegefamilie per Bildungszeit
Die Zusammenarbeit steht zugleich für einen gemeinsamen Anspruch: Soziale Arbeit muss offen für Veränderungen sein und neue Wege gehen. So entwickelt PiB beispielsweise seine Informations- und Bildungsangebote kontinuierlich weiter: Im Juni fand erstmals die Bildungszeit „Wenn Kinder nicht bei ihren Eltern leben können – Pflegekinderhilfe“ in Kooperation mit dem Bildungsträger wisoak statt. Das Angebot ermöglicht Interessierten, sich innerhalb einer Woche ohne Gehalts- oder Urlaubsverlust intensiv mit der Pflegekinderhilfe auseinanderzusetzen und zu prüfen, ob sie sich ein Leben als Pflegefamilie vorstellen können. Aufgrund der positiven Resonanz wird die Bildungszeit Anfang November bei wisoak in Vegesack wiederholt. Interessierte können sich noch anmelden.
Mehr Informationen zu beiden Trägern unter pib-bremen.de und reisende-werkschule.de.
