Caritas-Fachambulanz: Beratungsangebot bei Essstörungen

27.10.2025

Die Fachambulanz Suchtprävention und Rehabilitation des Caritasverbands Bremen e. V. bietet die erste konkret auf Essstörungen ausgerichtete Beratungsstelle in Bremen an. Das Angebot wird über drei Jahre von der Deutschen Fernsehlotterie gefördert – mit insgesamt mehr als 255.000 Euro.

Beratung bei problematischem Essverhalten

„Wir freuen uns, diese Versorgungslücke in Bremen schließen zu können. Die Zahl der 10- bis 17-jährigen Mädchen, die wegen Essstörungen stationär behandelt wurden, hat sich in den Jahren 2003 bis 2023 auf 6.000 verdoppelt“, sagt Eileen Teuber, Leiterin der Fachambulanz.

Besonders junge Frauen betroffen

„Diese Altersgruppe macht nach Angaben des Statistischen Bundesamtes nun fast die Hälfte aller Betroffenen (93 Prozent sind Frauen) aus. Bis zu 18 Prozent der jungen Frauen sind bis ins frühe Erwachsenenalter von Essstörungen betroffen.“ Wesentliche Krankheitsbilder sind Magersucht (Anorexie), Ess-Brech-Sucht (Bulimie) und exzessives, übermäßiges Essen (Binge-Eating-Störung).

Bedrohliche psychische und physische Folgen

Die Folgen sind bedrohlich. Laut Destatis war 2023 bei 78 Menschen die Todesursache unmittelbar auf Essstörungen zurückzuführen. Oft entstehen Durchblutungsstörungen, hormonelle Dysregulation, Osteoporose, Haarausfall und Organschäden. Auch psychische Krankheitsbilder, wie Depression.

„Der Zugang ist bewusst niedrigschwellig, denn nicht jedes problematische Essverhalten ist gleich krankhaft. Unsere Ziele sind die Aufklärung, Beratung und ggf. Vermittlung in weiterführende Angebote“, sagt Suchtberaterin Maartje Pollemans.

Kostenfreies und vertrauliches Angebot

„Wir beraten junge Menschen und Erwachsene sowie ihre Angehörigen – persönlich oder online. Und wir sind vernetzt mit Fachstellen und Therapie-Einrichtungen, um für die jeweils betroffene Person einen guten Weg zu finden. Geplant sind zudem Veranstaltungen – auch für Schulen und weitere Multiplikator*innen.“

Das Angebot ist kostenfrei und vertraulich und bietet folgenden Personen Beratung:

  • Einzelberatung: Jugendliche (ab 14 Jahren) und Erwachsene – anonym, persönlich oder online
  • Beratung für Angehörige, Freund*innen, Pädagog*innen und weitere Bezugspersonen: wenn du dir um jemanden Sorgen machst
  • Vernetzung mit weiteren Fachstellen in Bremen: Wir haben Kontakte zu spezialisierten Stellen und unterstützen Dich bei der Suche nach einer geeigneten Therapie
  • Selbsthilfegruppe: Austausch und Unterstützung für Angehörige
  • Infos und Veranstaltungen: für Betroffene, Schulen, Vereine und Multiplikator*innen

Mehr Infos auf www.caritas-bremen.de/suchtberatung.

Quelle: Caritasverbands Bremen e. V., Presseinformation, 10/2025