Politische Bildung im Kontext sozialer Beratung, Unterstützung und (Selbst-)Hilfe – jetzt Förderantrag stellen
09.02.2026
Bei der Förderausschreibung „Mitten im Alltag. Politische Bildung im Kontext sozialer Beratung, Unterstützung und (Selbst-)Hilfe“ sollen bis zu 10 Modellprojekte von der Bundeszentrale für politische Bildung gefördert werden, die innovative Konzepte und passgenaue, nachhaltige Angebote entwickeln, um politische Bildung in bestehende Strukturen sozialer Beratung, Unterstützung und (Selbst-)Hilfe für Erwachsene zu integrieren. Die Antragsfrist endet am 22. Februar 2026.
Politische Bildung etablieren
Die Projekte sollen Strategien und Ansätze erproben, innerhalb bzw. ausgehend von wohlfahrtspflegerischen Diensten und Einrichtungen, Angebote politischer Bildung für ihre Nutzenden zu etablieren.
Der Zeitraum der Projektdurchführung muss mindestens 18 Monate umfassen. Frühester Termin für den Projektstart ist der 15.06.2026, spätester Termin für den Projektstart der 01.09.2026. Das Projekt muss spätestens bis zum 30.06.2028 abgeschlossen werden.
Pro Modellprojekt kann für das Jahr 2026 maximal eine Zuwendungssumme in Höhe von 98.000 €, für 2027 maximal bis 126.000 € und für 2028 maximal bis 52.500 € beantragt werden.
Details zu der Förderausschreibung
Erwachsene in Armutslagen erreichen
Klassische Angebote politischer Bildung erreichen Erwachsene in Armutslagen bislang nur in geringem Maße. Dies ist unter anderem auf einen Vertrauensverlust und eine Entfremdung gegenüber Institutionen und Beteiligungsprozessen ‚der Politik‘ zurückzuführen. Hinzu kommt eine (wahrgenommene) Kluft zwischen formalen politischen Prozessen auf der einen und alltäglichen Problemen sowie Herausforderungen auf der anderen Seite.
Ein weiterer Grund sind Abwertungserfahrungen, die Menschen in prekären Lebenslagen in (formalen) Bildungskontexten gemacht haben und die in einer sozial-kulturellen Distanz zu politischen Bildungsangeboten resultieren können.
Lebensweltliche Verankerung politischer Bildung stärken
Angesichts der genannten Herausforderungen ist es notwendig, die lebensweltliche Verankerung von Angeboten politischer Bildung zu stärken sowie neue Bezugsrahmen und Anknüpfungspunkte für politische Bildung zu erschließen. Ein wichtiger Ansatzpunkt dafür kann die Verknüpfung von Angeboten politischer Bildung mit etablierten wohlfahrtspflegerischen Strukturen sein.
Vertrauen, Praxiserfahrung, Zugang
Einrichtungen und Dienste der Freien Wohlfahrtspflege sind in Deutschland als zentrale Träger der Sozialen Arbeit etabliert. Sie verfügen durch ihre enge Verankerung in den jeweiligen sozialen Infrastrukturen über ein hohes Maß an Vertrauen und Praxiserfahrung sowie etablierte Netzwerke, die den Zugang zu Menschen in prekären Lebenslagen gewährleisten.
Engere Zusammenarbeit von Sozialer Arbeit und politischer Bildung
Außerdem verfügen sie über Expertise im Hinblick auf lebensweltorientierte Ansätze der Sozialen Arbeit und einer (weit gefassten) politischen Bildung. Sie können damit dort Gelegenheiten für politische Bildung schaffen, wo bereits Vertrauensbeziehungen zu potenziellen Teilnehmenden bestehen und ein unmittelbarer Bezug zu ihren alltäglichen Herausforderungen hergestellt werden kann. Durch eine engere Zusammenarbeit von Sozialer Arbeit und politischer Bildung können so Synergien genutzt und nachhaltige Zugänge für Menschen in prekären Lebenslagen entwickelt werden.
Gesucht: Innovative Konzepte und passgenaue, nachhaltige Angebote
Vor diesem Hintergrund unterstützt die bpb mit dieser Förderausschreibung Projekte, die innovative Konzepte und passgenaue, nachhaltige Angebote entwickeln, um politische Bildung in bestehende Strukturen sozialer Beratung, Unterstützung und (Selbst-)Hilfe zu integrieren.
Als politische Bildung werden dabei Prozesse verstanden, die Menschen befähigen, gesellschaftliche, politische, soziale und wirtschaftliche Zusammenhänge zu verstehen und kritisch zu reflektieren, um aktiv am politischen Leben teilzuhaben. Gefördert werden sollen Vorhaben, die die alltägliche Dimension von Politik und die politische Dimension des Alltags bearbeiten. Die geförderten Projekte sollen Strategien und Ansätze erproben, innerhalb bzw. ausgehend von wohlfahrtspflegerischen Diensten und Einrichtungen, Angebote politischer Bildung für ihre Nutzenden zu etablieren.
Alltagsnahe und sozialraumorientierte Ansätze
Die Förderausschreibung richtet sich an Einrichtungen und Dienste der Freien Wohlfahrtspflege, die bereits Angebote für Menschen in prekären Lebenslagen bereitstellen und demnach über etablierte Zugänge zur Zielgruppe verfügen. Ziel ist, dass geförderte Träger neue Ideen und Konzepte entwickeln und erproben, wie politische Bildung alltagsnah und sozialraumorientiert gestaltet werden kann, um politische Teilhabemöglichkeiten von Erwachsenen in prekären Lebenslagen zu erweitern.
Dabei sollen nachhaltige Ansätze zur Verankerung politischer Bildung in der Sozialen Arbeit für Nutzende entwickelt und langfristig in bestehende Strukturen integriert werden. Besonders erwünscht sind Vorhaben, die teilhabeorientierte und partizipative Ansätze verfolgen.
Geförderte Projekte werden fachlich begleitet
Im Rahmen der Ausschreibung werden Einrichtungen und Dienste der Freien Wohlfahrtspflege ausdrücklich dazu ermutigt, sich als Akteure politischer Bildung zu verstehen, innovative Zugänge und Formate zu erproben und sich Inhalte und Methoden der politischen Bildung anzueignen. Die geförderten Projekte werden durch Beratungs- und Begleitmaßnahmen (z.B. Workshops, Netzwerktreffen, Fachveranstaltungen) unterstützt und durch eine formative Evaluation begleitet.
Quelle: Bundeszentrale für politische Bildung, Aktuelle Förderausschreibungen, 09.02.2026