Welche Rahmenbedingungen braucht es, damit eigenständige Mobilität von Kindern sicher gelingen kann? Wie kann der Straßenraum kinderfreundlicher gestaltet werden? Am 23. Juni 2026 sind Eltern und Initiativen, Schulen und Kitas, Fachleute und interessierte Menschen in Bremen eingeladen, diese und andere Fragen zur kindgerechten Stadt zu diskutieren – gemeinsam beim kostenlosen Fachtag „Kinder im Straßenraum“ mit SpielLandschaftStadt e.V. und KlimaWerkStadt e.V.

Der Straßenraum und seine angrenzenden Fuß- und Radwegen sowie Grünstreifen sind die am häufigsten genutzten öffentlichen Flächen. Zunehmende Geschwindigkeit und unübersichtliche Situationen im Straßenverkehr machen es jedoch vielen Menschen schwer, sicher ans Ziel zu kommen. Dies betrifft v.a. ältere Leute, Menschen mit Behinderungen und ganz besonders Kinder. Doch wie kommen Kinder gut und sicher zur Schule, zur Kita, zum Sport oder zum Spielplatz? Dürfen Kinder die Straße auch zum Spielen nutzen?

Eigenständige Mobilität als wichtiger Baustein in der Entwicklung von Kindern

Viele Eltern machen sich Sorgen um die Sicherheit ihrer Kinder, das Phänomen „Elterntaxi“ weitet sich aus und bringt neue Probleme und Gefährdungen mit sich. Gleichzeitig ist allseits bekannt, dass eigenständige Mobilität ein wichtiger Baustein in der Entwicklung von Kindern ist. Den Weg zur Schule oder zum Spielplatz gemeinsam mit Freund:innen zurückzulegen, ist gesund und macht Spaß.

Im Auftrag der Senatorin für Arbeit, Soziales, Jugend und Integration und des Deutschen Kinderhilfswerkes e.V. veranstalten SpielLandschaftStadt e.V. und KlimaWerkStadt e.V. am 23. Juni 2026, 15 bis 20 Uhr, den Fachtag „Kinder im Straßenraum“ in der KlimaWerkStadt (Westerstraße 58, 28199 Bremen). Es finden Vorträge statt und im Anschluss besteht Zeit, sich an Thementischen zu informieren und auszutauschen. Zeitlich flexibles Ankommen oder Gehen ist daher möglich.

Wie kann ich mich anmelden?

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, aber bis 21.6. wünschenswert:
https://spiellandschaft-bremen.de/anmeldung/fachtag/fachtag-kinder-im-strassenraum

Stimmen der Referentinnen:

  • Anne Dehler (Deutsches Kinderhilfswerk e.V.): „Spielräume schaffen: Kinderrechte im öffentlichen Raum“

„Die räumliche Gestaltung des Sozialraums von Kindern hat erheblichen Einfluss auf ihre Möglichkeiten, sich dort sicher und eigenständig bewegen und spielen zu können. Zunehmender Verkehr und bauliche Nachverdichtung verdrängen Kinder jedoch immer mehr aus dem öffentlichen Raum. Dabei haben sie laut UN-Kinderrechtskonvention ein Recht darauf, in einer sauberen Umwelt aufzuwachsen, die sie gefahrlos und spielerisch entdecken können.“ Mehr Info

  • Dr. Christiane Richard-Elsner (ehem. „Draußenkinder“ im ABA Fachverband): „Eigenständige Mobilität – Warum ist sie so wichtig für die Entwicklung von Kindern?“ 

„Kinder brauchen für ihre Entwicklung Freiräume, um eigenständig die Welt kennen zu lernen. Resilienz, Optimismus und eine realistische Einschätzung der Wirklichkeit erwerben sie nur, wenn sie viele Gelegenheiten haben, aus eigener Kraft Ziele erreichen können. Das bedeutet auch, die Wege zur Schule, zu Freunden und Freundinnen, zu Spielflächen oder zu Freizeitaktivitäten selbstständig zu machen. Dafür brauchen sie sichere Wege und eine Umwelt, in der Kinder als Verkehrsteilnehmer selbstverständlich sind.“ Mehr Info

  • Sandra Conrad-Juhls und Lena Hauberg-Lotte (VCD Bremen und SiWeKi): “Sichere Wege für Kinder sind sichere Wege für alle – was wir dafür tun können”

Lena Hauberg-Lotte (SiWeKi) und Sandra Conrad-Juhls (VCD Bremen) weisen auf Bedürfnisse in den Quartieren hin, skizzieren mögliche Maßnahmen und spannen einen Bogen von der neuen StVO zu denkbaren Kombinationen von Fördermöglichkeiten mit zivilgesellschaftlichem Engagement. Vorrangig geht es dabei um die Schulwegemobilität. Schnittmengen wie Gesundheit, Teilhabe und Bewegungsräume für Kinder und Jugendliche werden jedoch ebenso in den Blick genommen und ein interdisziplinärer Ansatz proaktiver Schritte im Land Bremen gewagt. Mehr Info VCD und Mehr Info SiWeKi

  • Ulrike Herold (SpielLandschaftStadt e.V.): „Temporäre Spielstraßen und Straßenspielaktion – Wie die Straße zum Spielort werden kann“

Die zeitweise Sperrung von Straßen, um sie zum Spielen nutzen können, ist eine einfache Möglichkeit, Stadtteile kinderfreundlicher zu gestalten. Wenn sich Nachbar:innen zusammentun, können sie an der jährlichen Straßenspielaktion am Weltspieltag im September teilnehmen. Oder sie können ihre Straße in den Sommermonaten an einem Nachmittag pro Woche oder pro Monat zur Temporären Spielstraße werden lassen. SpielLandschaftStadt unterstützt Nachbarschaften bei der Beantragung und Finanzierung. In Bremen wurde am 5.6.26 bereits die 14. Temporäre Spielstraße im Beisein der Verkehrssenatorin Özlem Ünsal eingeweiht, weitere sind in Planung. Mehr Info

Rückfragen bitte an:
Olaf Stölting, Senatorin für Arbeit, Soziales, Jugend und Integration, oder Anke Bittkau, SpielLandschaftStadt e.V., , 0421 – 242 895 56

Quelle: Senatspressestelle der Freien Hansestadt Bremen, Fachtag „Kinder im Straßenraum“ – Pressestelle des Senats, 18.06.2026