Die Beratungsstelle notruf-psychologische Beratung bei sexueller Gewalt ist eine Anlaufstelle für Menschen ab 14 Jahren, die in irgendeiner Weise mit sexualisierter Gewalt in Berührung gekommen sind.

Dabei richtet sich unser Angebot nicht nur an Betroffene, sondern auch an Angehörige. Manchmal sind die Übergänge zwischen den verschiedenen Gewaltformen fließend, sodass man sich auch an uns wenden kann, wenn es sich nicht ausschließlich um eine Form der sexualisierten Gewalt handelt. So bieten wir auch Hilfe und Unterstützung bei häuslicher Gewalt an.

Die Beratungsgespräche werden zunächst telefonisch vereinbart und finden in der Regel einmal pro Woche statt. Betroffene können auch eine telefonische Beratung in Anspruch nehmen.

Die Gespräche werden durch geschulte Psychologinnen durchgeführt und sind kostenlos. Dabei bieten wir Beratungsgespräche in deutscher und türkischer Sprache an, für andere Sprachen ziehen wir Dolmetscher heran.


Wenden Sie sich an den notruf, wenn…

  • Sie sich aussprechen wollen.
  • die Gedanken an die Ereignisse Sie nicht loslassen, so dass Sie den Alltag nicht mehr bewältigen können.
  • Sie von Selbstvorwürfen gequält werden.
  • die inneren Spannungen unerträglich werden.
  • Sie unter (unerklärlichen) körperlichen Beschwerden leiden.
  • Ihre Beziehungen schwieriger geworden sind.
  • Sie unsicher sind, ob Sie Anzeige erstatten wollen.
  • wir Ihnen eine erfahrene Rechtsanwältin oder einen erfahrenen Rechtsanwalt nennen sollen.

Das Beratungskonzept ist auf die speziellen Probleme unserer Klientinnen und Klienten abgestimmt:

  • Beratungsgespräche in deutscher, englischer und russischer Sprache
  • Möglichkeiten, für andere Sprachen DolmetscherInnen hinzuzuziehen
  • Bereitstellung von Notfallstunden (Krisenintervention)
  • Behandlungsbeginn innerhalb weniger Tage
  • Kombination von Beratung und Therapie
  • bei Bedarf Vermittlung an Institutionen und niedergelassene Kolleginnen und Kollegen der medizinischen und psychosozialen Versorgung
  • wenn gewünscht an erfahrene Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte sowie an das für Sexualdelikte zuständige Kommissariat der Kriminalpolizei

Die Beratungsgespräche werden zunächst telefonisch vereinbart und finden in der Regel einmal pro Woche statt. Betroffene können auch eine telefonische Beratung in Anspruch nehmen.

Was Sie wissen sollten

Wenn Sie sexuellen Übergriffen ausgesetzt waren oder vergewaltigt wurden, müssen Sie mit körperlichen und seelischen Verletzungen fertig werden. Sexuelle Gewalt wird meistens als tiefgreifender Einschnitt in das Leben erlebt: Nichts ist mehr wie vorher. Die psychischen Folgen sind oft weitreichend. Manche betroffenen Frauen und Männer leiden unter Ängsten oder Schlafstörungen, haben Schwierigkeiten, ihren Alltag zu bewältigen. Scheinbar ohne Grund werden sie von heftigen Gefühlen überschwemmt. Ohne dass sie es wollen, kommt es zu Auseinandersetzungen in der Partnerschaft, mit Freundinnen, Freunden oder Angehörigen.

Häufig fühlen sich die Betroffenen selbst schuldig oder schämen sich für das, was ihnen angetan wurde. Nicht selten glauben sie, es sei gar keine „richtige Vergewaltigung“ gewesen, weil es nicht zum Geschlechtsverkehr gekommen ist, weil sie sich nicht „deutlich“ genug gewehrt haben oder weil sie den Täter vorher schon kannten. Sie möchten das Geschehene schnell vergessen, wollen nicht immer zu darüber sprechen müssen. Manche freuen sich über Unterstützung aus dem Freundeskreis oder der Familie; andere wiederum empfinden diese als Einmischung und versuchen lieber alleine zu Recht zu kommen.

Viele Opfer eines sexuellen Missbrauchs leiden darunter, dass sie sich jahrelang niemandem anvertrauen konnten. Häufig wird ihnen nicht geglaubt oder der Übergriff wird bis heute totgeschwiegen, so dass sie allein damit fertig werden müssen. Gleichgültig wie lange die Tat zurück liegt, Sie können sich Rat und Unterstützung bei den Mitarbeiterinnen des notruf holen.

Für spezielle Probleme haben wir hier weitere Anlaufstellen aufgelistet.


Unsere Bürozeiten:
montags bis donnerstags von 10.00 – 17.00 Uhr
freitags von 10.00 – 15.00 Uhr

Telefonsprechstunde:
montags von 14.00-15.00
Wenn Sie uns in dieser Zeit nicht erreichen, sind wir im Gespräch. Bitte hinterlassen Sie dann eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter, wir rufen zurück.

Hinweise:
Die Psychologische Beratungsstelle des notruf befindet sich in der Straße Fedelhören 6 in Bremen im ersten Stock. Die Beratungsstelle hat einen Fahrstuhl, der jedoch so schmal ist, dass nicht jeder Rollstuhl hinein passt. Für Klientinnen und Klienten mit Gehbehinderung nutzen wir einen barrierefreien Raum in der Nähe (im telefonischen Vorgespräch bitte angeben).

Parkmöglichkeiten gibt es in den Seitenstraßen der Beratungsstelle, am Richtweg oder im Parkhaus des Musicaltheaters (neben dem Musicaltheater in der Str. Auf dem Rövekamp, vom Richtweg abgehend).