Queere Bildung Bremen

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Aufklärungs- und Sensibilisierungsveranstaltungen zu romantischer, sexueller und geschlechtlicher Vielfalt an Bremer Schulen

Das Projekt „Queere Bildung Bremen“ bietet Aufklärungs- und Sensibilisierungsveranstaltungen zu romantischer, sexueller und geschlechtlicher Vielfalt an Bremer Schulen an. Es gibt Workshops für Schüler_innen sowie Fortbildungsangebote für Lehrer_innen und andere Fachkräfte im Kontext Schule.

Zwischen fünf und zehn Prozent der Bevölkerung lebt lesbisch, schwul, bisexuell, trans*, inter* oder queer (lsbtiq*). Statistisch gesehen gibt es in jeder Schulklasse also mehr als eine Person, die sich einer der genannten Gruppen zuordnet.

Trotz dieser Tatsache sind die Lebensweisen und Bedarfe von lsbtiq*+ Kindern und Jugendlichen im Unterricht und Schulalltag oft nicht sichtbar. Ihre Wünsche und Sorgen sind unbekannt und »schwul« ist weiterhin das am häufigsten verwendete Schimpfwort auf Schulhöfen. Studien zeigen, dass 45 bis 80 Prozent von lsbtiq*+ Jugendlichen Mobbing aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität in der Schule erleben.  Folgen dieser gesellschaftlichen Ausgrenzung sind zum Beispiel Leistungsabfall, Schulabbruch und ein deutlich erhöhtes Suizidrisiko.

Queere Bildung

Seit Ende der 80er Jahre führt das Rat&Tat-Zentrum Schulaufklärungen und Infoveranstaltungen in Bremer Schulen durch. Lange gab es dafür keine öffentliche Förderung. Seit Juni 2022 hat sich dies geändert: Gefördert durch die Senatorin für Kinder und Bildung konnten endlich eigene Stellen geschaffen und Projektmittel bereitgestellt werden, die ein zeitgemäßes Schulaufklärungs- und Fortbildungsprojekt im größeren Stil ermöglichen.

Das Ergebnis ist unser neues Projekt „Queere Bildung Bremen“, welches sich u.a. an den Qualitätsstandards des Bundesverbandes „Queere Bildung e.V.“ orientiert und fortlaufend weiterentwickelt. Geleitet wird das Projekt von unserer Mitarbeiterin Fiona Müller (sie/-). Gemeinsam mit ehrenamtlichen Teamer_innen und studentischen Hilfskräften werden Aufklärungsworkshops für Schüler_innen ab der 5. Klasse sowie Fortbildungen für Lehrer_innen und andere Fachkräfte im Kontext Schule in Bremen kostenlos angeboten.

Die ehrenamtlichen Teamer_innen durchlaufen eine projektinterne Grundqualifizierung gemäß nationaler Standards und werden regelmäßig weitergebildet. Für unsere Arbeit nutzen wir Elemente aus der Antidiskriminierungsarbeit, der Sexualpädagogik, der Gewaltprävention und der politischen Bildung.

In unseren Veranstaltungen …

  • fördern wir ein Zusammenleben, in dem Vielfalt als Bereicherung und nicht als Bedrohung begriffen wird und ­Menschen ohne Angst verschieden sein können.
  • vermitteln wir Expert_innenwissen über sonst häufig tabuisierte Themen in einem geschützten Rahmen.
  • informieren wir über Lebensweisen von Lesben, ­Schwulen, Bisexuellen und Menschen, die trans* oder inter* sind.
  • machen wir Vielfalt lebendig und erfahrbar und leisten damit einen Beitrag zur Gewaltprävention.
  • thematisieren wir abwertende Äußerungen und andere Diskriminierung aufgrund vermuteter oder tatsächlicher sexueller und/oder geschlechtlicher Identität.
  • bieten wir Raum für emotionale und rationale Aus­einandersetzung mit Klischees und Vorurteilen.
  • stärken wir Jugendliche in einer selbstbestimmten Entwicklung von Geschlecht und Sexualität, die ohne Abwertung von anderen Lebensweisen auskommt.

Gesetzliche Grundlagen in Bremen

Die bremische Landesverfassung benennt es deutlich: »­Niemand darf wegen […] seiner sexuellen Identität bevorzugt oder benachteiligt werden« (§ 2,2). Für die ­Schulen ­existiert seit 2013 die Verfügung Nr. 59, in der unter ­anderem festgelegt ist, dass sexuelle Orientierung und geschlecht­liche Vielfalt Bestandteil der fächerüber­greifenden Sexualerziehung sein müssen. Wir bieten Ihnen als Lehrkraft oder Sozialpädagog_in pro­fessionelle Unterstützung, um mit Jugendlichen über vielfältige Lebensformen ins Gespräch zu kommen.

Dazu führen wir neben unseren Aufklärungsworkshops für Schüler_innen bereits für kleine Gruppen von Fachkräften Fortbildungen durch. Das Beratungsteam im Rat&Tat-Zentrum unterstützt außerdem beim Umgang mit konkreten Einzelfällen.

Weitere Angebote

  • Infoheft für lsbtiq*+ Jugendliche
  • Medienkoffer