Für Bremens Schülerinnen und Schüler beginnt das neue Schuljahr: Mehr als 5300 Kinder werden in diesem Schuljahr an öffentlichen Grundschulen eingeschult. Zugleich gilt erstmals der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Erstklässlerinnen und Erstklässler.
Kinder- und Bildungssenator Mark Rackles gab während der Schuljahrespressekonferenz im Rathaus einen Ausblick auf die wichtigsten Entwicklungen und Vorhaben. „Bremen hat den Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für alle angemeldeten Kinder erfüllt – das werte ich als großen Erfolg. Ganztag heißt für Kinder mehr Zeit zum Lernen, für Sport, Musik und ihre eigenen Interessen. Und er schafft mehr Bildungschancen, unabhängig davon, wie viel Unterstützung ein Kind zu Hause bekommt. Jetzt geht es darum, den Ganztag weiter auszubauen, um noch mehr Kindern dieses Angebot zu ermöglichen“, unterstreicht Senator Mark Rackles.
Drei von vier Grundschulkindern nutzen Ganztagsangebote
74 Prozent der Bremer Grundschulkinder nutzen bereits ein Ganztagsangebot der Stadt Bremen – knapp 5 Prozent mehr als im Vorjahr). Zum Schuljahr 2026/27 bieten 69 von 87 Grundschulen Ganztagsangebote an, das sind 13 Ganztagsschulen mehr als im Vorjahr.
Bremens Schulen wachsen weiter
- Die Zahl der Schülerinnen und Schüler an öffentlichen Schulen ist in der Stadtgemeinde Bremen weiter gestiegen (+ 949). An den Privatschulen ist die Zahl der Schülerinnen und Schüler leicht zurückgegangen (- 104). Insgesamt werden im neuen Schuljahr nach aktuellem Stand rund 81.453 Schülerinnen und Schüler unterrichtet (Vorjahr: 80.608).
- Ganz neu starten im Schuljahr 2026/2027 exakt 5.394 Erstklässlerinnen und Erstklässler an öffentlichen Schulen. Die Zahl der Einschulungen ist im Vergleich zum Vorjahr um knapp 8 Prozent gesunken (Vorjahr: 5859).
Deutliche Fortschritte bei der Lehrkräfteversorgung
- Die Personalsituation an Bremens Schulen hat sich weiter verbessert: Im Schuljahr 2026/27 arbeiten 6.642 Lehrkräfte an den allgemeinbildenden Schulen – so viele wie seit Jahren nicht. Im Schuljahr 2024/25 betrug die Zahl 6.365. Die Zahl der offenen Planstellen beträgt aktuell noch 34 und ist damit auf einem absoluten Tiefstand. Von 150 ausgeschriebenen Stellen sind aktuell 116 besetzt, zusätzlich wurden 43 Lehrkräfte für den Vertretungspool gewonnen. Die noch offenen 34 Planstellen sind dauerhaft ausgeschrieben; auch der auf bis zu 200 Stellen ausgelegte Vertretungspool wird kontinuierlich weiter besetzt. Bei längerfristigen Ausfällen unterstützt zudem die Stadtteilschule e. V. mit 419 Master- und Bachelorabsolvent.
- Von den 141 in Bremen ausgebildeten Referendarinnen und Referendaren, die sich in der Hansestadt beworben hatten, wurden 101 eingestellt. Auch bei der Schulsozialarbeit und beim nichtunterrichtenden Personal wird weiter aufgestockt, so steigt die Zahl der Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter um gut 7 Prozent von 176 im Schuljahr 2024/25 auf 189 in diesem Schuljahr.
- Engpässe bleiben auch in Bremen an einzelnen Schulen – insbesondere in regionaler Hinsicht (unter anderem Bremen-Nord, Überseestadt) und in fachlicher Hinsicht (unter anderem Sonderpädagogik) bestehen. Der Senator für Kinder und Bildung steuert aktiv und nach regionalen Gesichtspunkten Ressourcen in Bedarfsschulen.
Bildungsoffensive wird konkret: Sprache, Mathematik und Gesundheit stärken
Der Senator für Kinder und Bildung setzt die im Februar gestartete „Offensive für mehr Bildungsqualität“ fort. Im Fokus stehen bessere Leistungen in Sprache und Mathematik sowie die Stärkung von Gesundheit und Wohlbefinden der Kinder und Jugendlichen.
- Mit „Mit-Sprache“ startet beispielsweise ein neues Landesprogramm zur frühen Sprachförderung in Kleingruppen im Rahmen des Startchancenprogramms; erfolgreiche Mathematikprogramme werden gebündelt und ab diesem Schuljahr an den Startchancen-Schulen umgesetzt. Erste Grundschulen nutzen ab Herbst zudem das IQHB-Dashboard für eine datenbasierte Schulentwicklung.
- Auch die mentale Gesundheit wird gezielt gestärkt: Lehrkräfte und pädagogische Mitarbeitende werden zu Ersthelferinnen und Ersthelfern für mentale Gesundheit geschult. Damit stärken die Schulen ihre Möglichkeiten, psychische Belastungen frühzeitig zu erkennen und Unterstützung anzubieten, denn fast ein Viertel der Jugendlichen ist jährlich von psychischen Problemen betroffen.
Senator Mark Rackles betont: „Wenn Kinder oder Jugendliche psychisch belastet sind, zeigen sich erste Warnzeichen oft leise und werden leicht übersehen. Umso wichtiger ist es, dass wir früher hinschauen und Unterstützung anbieten, bevor aus einer Belastung eine Krise wird.“
Inklusion weiter gestärkt: Hohe Besetzungsquoten und gezielte Unterstützung
- Die inklusive Beschulung in Bremen wird weiter ausgebaut: Zum Schuljahr 2026/27 wurden 176 Erstklässlerinnen und Erstklässler mit Förderbedarf Geistige Entwicklung (GE) eingeschult – zehn mehr als im Vorjahr, rund 60 Prozent davon mit zusätzlichem Förderbedarf im Autismus-Spektrum. Die Zahl der GE-Standorte an Bremer Schulen hat sich seit 2017/18 von 39 auf 81 Standorte in diesem Schuljahr mehr als verdoppelt.
- Um den anhaltenden Personalbedarf zu decken, werden weiter Fachkräfte qualifiziert: Bis Ende 2026/27 werden 30 Lehrkräfte für Sonderpädagogik weiterqualifiziert. 2027 folgen 170 Lehrkräfte mit einer Zertifikatsausbildung im Umgang mit Autismus. Für die Region Blumenthal werden zudem erstmals 20 Fachkräfte für multiprofessionelle Teams qualifiziert.
Digitalisierung der Schulen geht weiter voran
- Mit dem Digitalpakt Schule wurden wichtige Grundlagen für eine moderne digitale Bildungsinfrastruktur geschaffen. Mit dem Digitalpakt 2.0 wird dieser Weg fortgesetzt. Für Bremen stehen dafür bis zu rund 20,4 Millionen Euro an Bundesmitteln zur Verfügung, Bremen erbringt einen Eigenanteil mit Landesmitteln in Höhe von 4,7 Millionen Euro.
- Die 1:1-Ausstattung mit iPads wird schrittweise auf ein Leasingmodell umgestellt. 50.000 Schülerinnen und Schüler erhalten neue Endgeräte. In den ersten und zweiten Klassen der Grundschulen erfolgt die Ausstattung künftig bedarfsgerecht und orientiert an den Medienkonzepten der Schulen.
- Gleichzeitig stärken wir den Jugendschutz: Social-Media-Angebote werden im Schulnetz zentral gesperrt und die gängigsten Angebote wie Instagram, TikTok und Whatsapp zusätzlich direkt auf den iPads blockiert – auch außerhalb des Schulnetzes.
Kinder- und Bildungssenator Mark Rackles: „Wir wollen digitale Bildung selbstverständlich, aber sicher und verantwortungsvoll gestalten. Deshalb investieren wir weiter in moderne Ausstattung und stärken den Schutz von Kindern und Jugendlichen. Technische Sperren können die Aufsicht durch Lehrkräfte und Eltern aber nicht ersetzen.“
Die Bildungsbauoffensive wird fortgesetzt
- In diesem Schuljahr nimmt Bremen zwei Schulneubauten in Betrieb: Die Schule am Alten Postweg und die Schule Fährer Flur. Kapazitätserweiternde Ersatz- und Umbauten entstehen 2026/27 unter anderem auch an Standorten wie der Schule an der Nordstraße, der Oberschule im Park, der Oberschule Roter Sand und der Schule Oberneuland.
- Zudem wurde zahlreiche weitere Sanierungen und Modernisierungen zum neuen Schuljahr fertiggestellt. Das Spektrum reicht von der Herrichtung des 3. Obergeschosses und die Erweiterung des Schulhofs der Oberschule Überseestadt an der Grenzstraße über die Herrichtung von Ruheräumen für den GE-Bereich der Grundschule Alt-Aumund bis hin zur Sanierung der Sporthalle an der Delfter Straße.
- Neben diversen Bauunterhaltungs- und Sanierungsmaßnahmen durch Immobilien Bremen hat der Senator für Kinder und Bildung laufend etwa 150 eigene Baumaßnahmen zur Verbesserung und Anpassung der Bestandsgebäude an die aktuellen schulischen Anforderungen in der Planung und Umsetzung. Damit schaffen wir an vielen Standorten bessere Lern- und Aufenthaltsbedingungen.
Quelle: Mehr als 5300 Kinder starten neu an Bremens Schulen – Pressestelle des Senats, 13.08.2026
